Verein Furka-Bergstrecke
Sektion Schwaben



 

Geschichte der Furka-Bergstrecke:

Die Furka-Bergstrecke wurde als Teilstück der Ost-West-Verbindung der Furka-Oberalp-Bahn (FO) zwischen den Kantonen Wallis, Uri und Graubünden im Jahre 1926 eröffnet, nachdem zuvor die ursprüngliche Gesellschaft, die Bahn Brig-Furka-Disentis (BFD) an den Schwierigkeiten dieser Strecke gescheitert und in Konkurs gegangen war. Die beiden Pässe Furka und Oberalp bilden natürliche Hindernisse, deren enorme Höhenunterschiede nur durch eine spezielle Linienführung mit einer Zahnradbahn mit einer Maximalsteigung von 110 Promille überwunden werden konnte. Angewendet wurde das System Abt mit zwei zueinander versetzt angeordneten, stehenden Zahnstangen. Neben diesen extremen Steigungen war auch die exponierte Höhenlage mit den enormen Schneemengen ein betriebliches Problem, das die Bahngesellschaft zwang, im Winter den Betrieb über die Furka einzustellen und die Strecke jedes Frühjahr mit erheblichen finanziellen Aufwendungen wieder befahrbar zu machen.

Der durchgehende Betrieb auf der Gesamtstrecke wurde mit 10 baugleichen Dampflokomotiven HG 3/4 mit kombinierten Adhäsions- und Zahnradantrieb aus den Jahren 1913/14 aufgenommen und bis zur Elektrifizierung der Gesamtstrecke am 1. Juli 1943 durchgeführt. Nach dem Eintreffen von leistungsfähigen Elektrolokomotiven HGe 4/4 I wurden die vorhandenen Dampflokomotiven zum größten Teil an andere Bahngesellschaften verkauft.

 

Die Strecke über den Furka Paß wurde mit den alljährlichen winterbedingten Unterbrechungen bis zum 11.10.81 befahren, bis sie mit Eröffnung des 15,4 km langen Furka-Basistunnels am 1. Juni 1982 (damals längster Schmalspurtunnel) ihre Aufgabe verloren hatte. Nachdem nun die Kantone Uri und Wallis ganzjährig auf der Schiene verbunden waren, sollte die Bergstrecke abgebaut werden. Am 3. Dezember 1983 wurde unser Verein Furka-Bergstrecke mit dem Ziel gegründet, diese einmalig schöne Strecke vor dem Abbruch zu bewahren und auch wieder in Betrieb zu nehmen.

Beschreibung der Strecke Realp - Furka - Gletsch - Oberwald
der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB)

Die Strecke ist seit dem 12. Februar 1987 im Eigentum der DFB, die sich am 27. Mai 1985, genau 75 Jahre nach der Gründung der ersten Bahngesellschaft im gleichen Hotel in Lausanne mit dem Ziel gegründet hat, eine dampfbetriebene Touristenbahn in einer grandiosen Hochalpenlandschaft durch die wilden Schluchten der Furka-Reuss und der jungen Rhone, hier Rotten genannt, durch mehrere kürzere und längere Tunnel, über Brücken und Viadukte, sowie vorbei am weltbekannten Rhonegletscher zu betreiben.

Die Furka-Bergstrecke beginnt in der Ortschaft Realp im Kanton Uri auf 1550 Meter Höhe am Einsteigebahnhof Realp/DFB. Kurz nach der Station hat die DFB ihren Installationsplatz mit Lokschuppen, Drehscheibe, Werkstatt und Materiallager. Weiter folgt die Strecke aufwärts dem linken Ufer der Furka-Reuss und überquert diese kurz nach Einfahrt in den ersten Zahnstangenabschnitt auf der Wilerbrücke. Nach Durchfahrt der drei kurzen Alt-Senntums-Staffel Tunnel überquert die Strecke den berüchtigten Lawinentobel des Steffenbaches auf der einzigartigen und weit bekannten Klappbrücke, die als Ersatz für den bereits vor Eröffnung der Strecke zerstörten gemauerten Viadukt errichtet wurde. Diese einmalige Konstruktion läßt sich jeden Herbst einklappen, um den zerstörerischen Lawinen freien Lauf zu lassen und wird im Frühjahr wieder aufgebaut. Bei der Station Tiefenbach am Ende des ersten Zahnstangenabschnittes in 1848 m Höhe erweitert sich der Talkessel. Kurz darauf beginnt der zweite Zahnstangenabschnitt. Auf dem Steinstaffelviadukt wechselt die Strecke wieder auf die linke Talseite und nach überqueren der Sidelenbachbrücke erreicht die Strecke bei der Station Furka ihren höchsten Punkt mit 2160 m. Direkt nach Verlassen der Station geht es dann durch den mit 1874 m längsten Tunnel der DFB zur Station Muttbach auf 2118 m Hohe, die bereits im Kanton Wallis liegt. Unter Zuhilfenahme der Zahnstange führt die Strecke hinab nach Gletsch. Unterwegs befindet sich ein Bahnübergang mit der Paßstraße. Hier mußte die Strecke so umgebaut werden, daß die Querung der Straße ohne Zahnstange möglich ist. Auf diesem Teilstück ist auch der Panoramablick auf den Rhonegletscher zu genießen, der ja einst dem Glacier-Express seinen Namen gab. Von Gletsch aus muß die Bahnlinie den Talsprung des Gletschbodens überwinden. Dies geschieht wieder mit Hilfe der Zahnstange und unter Einschaltung eines Kehrtunnels. Nach dessen Durchfahrt und einer Wendung von 270° überquert die Strecke die schäumende Rhone. Die Strecke führt nun durch herrliche Bergwäldern und über den Lammenviadukt. Bei diesem wurde gleich nach Stilllegung der alten Bergstrecke zwei Bögen abgebrochen, um hier auf der Kantonsstraße die Durchfahrt auch für breitere Fahrzeuge zu ermöglichen. Als eine der ersten Baustellen der DFB wurden die beiden Bögen durch eine Stahlbrücke ersetzt und die Lücke im Schienenstrang wieder geschlossen. Kurz vor dem Endpunkt der Bergstrecke, der Station Oberwald auf 1366 m Höhe, ist eine einmalige technische Meisterleistung zu bewundern. Um die Kantonsstraße zu überquern musste ein Bahnübergang mit einer versenkbaren Zahnstange konstruiert und gebaut werden. Die Zahnstange steht nur bei Überfahrt des Zuges aus der Straße heraus, sonst können hier die Fahrzeuge unbehindert die Gleise überqueren. Im Bahnhof Oberwald hat die DFB zwei eigenen Bahnsteiggleise. Durch die Fußgängerunterfühung ist ein direktes Umsteigen zu den Züge der Matterhorn-Gottard-Bahn oder den Postbussen möglich. 

Weitere interessante Informationen zur Dampfbahn Furka-Bergstrecke finden Sie auch bei Wikipedia.

 

24.04.2011